Rudolf Steiner

Ich will nicht verehrt werden!
Ich will verstanden werden!

Rudolf Steiner, 1915

(aus: Christoph Lindenberg, Rudolf Steiner, Eine Biographie, Verlag Freies Geistesleben, 1997)

Rudolf Steiner (1861-1925) ist ein Pionier des 20. Jahrhunderts, bahnbrechend auf zahlreichen natur- und geisteswissen-schaftlichen Gebieten, vor allem in einer lebenspraktisch orientierten Spiritualität. In seiner Anknüpfung an die christliche Esoterik Europas verbindet er grösste Spannweite der geistigen Wahrnehmung mit klarer begrifflicher Durchdringung und impulsierte eine Fülle von Kulturinitiativen in Pädgagogik, Landwirtschaft, Medizin, in der Soziologie, den Natur- und Kulturwissenschaften. Sein schriftliches Werk umfasst 40 Bände sowie 270 Bände von Nachschriften seiner über 6.000 Vorträge. Seine Ideen begründeten neue künstlerische Strömungen, u.a. in der Architektur und der Bewegungskunst (Eurythmie).
(aus: Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft,
CH-41434 Dornach, 2006,
Redaktion: Bodo v. Plato, Wolfgang Held)




Rudolf Steiner in der Motzstraße 30, Berlin

Das Leben Rudolf Steiners war mit Berlin eng verbunden. 1897 kam er er nach Berlin und gehörte dort zunächst zu den Literaten und Publizisten im Umkreis der Freien Literarischen Gesellschaft, einer Künstlerbohème. Er war Herausgeber des Magazin für Litteratur und unterrichtete an der Arbeiterbildungsschule. 1901 lernte er seine spätere Frau Marie von Sivers kennen und übernahm 1902 die Leitung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. In der Motzstr. 30, seinem Wohnhaus, wurde eine Erinnerungstafel angebracht. Hier lebte er von 1903 bis 1923.